und die Schwestern betten sie auf ihren Liegestuhl im Arbeitszimmer. Sie beten schlichte, einfache Gebete, die Emilie sich gewünscht hat, weil jeder Mensch "im Sterben wieder ein Kind" wird. Der Rektor des Krankenhauses in Koblenz, ein Jesuitenpater, ist gekommen, er erteilt ihr die Generalabsolution, sie selber spricht das Amen. Es ist ihr letztes Wort, ihr letztes Ja,Vater. Während die Schwestern weiter beten, ist Emilie ganz ruhig, keine Zeichen von Angst oder Unruhe sind erkennbar, immer langsamer und ruhiger wird ihr Atem, bis er ganz aussetzt und die goldene Weizenähre sich früchteschwer neigt in die Hände des himmlischen Vaters.


Ergriffen sagt der anwesende Priester: "Wir wollen das erste Vaterunser für ihre Seelenruhe beten oder vielmehr - dass sie für uns Fürbitterin ist. Wenn wir alle einmal so sterben, dann ist es gut. Sie ist eine Heilige!" (Margareta Wolf, Mein Ja bleibt, S. 246f)

Die Biografie:
Margareta Wolff,
Mein Ja bleibt
ISBN3 920849 949